- Anzeige -


Sie sind hier: Startseite » Fachartikel » Grundlagen

Freiheit für die Cloud!


Multi-Cloud-Konzepte schaffen Wettbewerb und erhöhen Wirtschaftlichkeit
In der Realität ist es nicht ganz so einfach, da nicht alle Clouds gleich sind und einige Anbieter ihre Cloud-Angebote mit hohen Mauern umgeben haben


- Anzeigen -





Von Carsten Graf, Cloudian

In der Ökonomie ist ein freier Markt ein idealisiertes System, in dem die Preise für Waren und Dienstleistungen durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Die Kräfte von Angebot und Nachfrage in einem freien Markt sind per Definition frei von jeglichen Eingriffen einer Regierung, eines preisgebenden Monopols oder einer anderen Behörde. Doch wie jeder Wirtschaftsstudent weiß, führt eine freie Marktwirtschaft, wenn sie unreguliert ist, allzu oft zu einem Monopol oder zumindest einem Oligopol, das die Innovation einschränkt und die Preise erhöht, da der Kunde weniger Wahlmöglichkeiten hat. In der Praxis sind die Märkte für alle Arten von Produkten und Dienstleistungen in der Tat selten ideal.

Cloud Computing-Technologie wurde vor mehr als zwei Jahrzehnten eingeführt und hat seitdem verschiedene Phasen durchlaufen, beeinflusst von neuen Technologien und rechtliche Rahmenbedingungen. Theoretisch bietet der Markt für Cloud Computing-Services Unternehmen eine Fülle von Wahlmöglichkeiten. Sie können zwischen einer großen Auswahl an großen Public Cloud-Angeboten, kleineren lokalen Cloud-Service-Providern wählen oder sogar ihre eigene Cloud-Infrastruktur in ihrem eigenen Rechenzentrum hosten. In der Realität ist es nicht ganz so einfach, da nicht alle Clouds gleich sind und einige Anbieter ihre Cloud-Angebote mit hohen Mauern umgeben haben. Damit wollen sie die Benutzer an ihre Dienstleistung binden und schränken damit die Wahlmöglichkeiten allgemein drastisch ein.

Gefangen in der Kostenfalle
Die Verkaufstaktik, Kunden mit günstigen Preisen anzulocken, sie an Produkte zu binden und sie dann für Weiteres später zur Kasse zu bitten, ist bei Weitem nicht neu. So versuchten viele Organisationen jahrelang, sich aus der Zwangsjacke zu befreien ,die ihnen ihr Speicheranbieter angelegt hatte, indem zu Beginn der "Partnerschaft" stark reduzierte Preise gewährt wurden. Wen wundert es, dass die Preise anschließend stiegen? Erstmal an einen Hersteller gebunden, hätte ein Anbieterwechsel die Gesamtkosten für den Speicherbesitz deutlich erhöht. Genauso funktioniert es in der Cloud. Es wird deutlich teurer, wollte man die Daten in eine andere Cloud-Infrastruktur verschieben oder zurück ins eigene Rechenzentrum holen.

Die Cloud verspricht oft eine kostengünstigere Alternative, um Daten flexibler zu speichern. In vielen Fällen hat sie die Datenspeicher für Tier 3 und sogar Tier 2 ersetzt. Natürlich bekommt niemand etwas einfach so geschenkt. Früher oder später kommt die Rechnung für ein Produkt oder eine Dienstleistung - samt Opportunitätskosten. Während Public Clouds eine kostengünstige Lösung zur Datenspeicherung sind, werden sie dennoch teuer, will man die Daten wieder zurückzuholen. Und das betrifft nur die Datenspeicherung. Das Gleiche gilt natürlich ebenso für Compute und jede Art von Managed Services.

Standards sorgen für Verbundenheit
Exklusive Funktionen oder Merkmale, die zu Industriestandards werden, aber an einen bestimmten Cloudanbieter gebunden sind, sind ein weiterer Grund, warum Unternehmen an eine bestimmte Cloud gebunden sein könnten. Die S3-API beispielsweise ist bereits zur Standard-API für Cloud-Storage geworden und dürfte für einige Zeit das Protokoll der Wahl für hybride oder private Cloud-Implementierungen vor Ort sein. Der Wechsel von der S3-API, die die überwiegende Mehrheit der Anwendungen verwenden, zu einer Cloud mit einer anderen API ist also für viele Unternehmen, die stark in ihre Cloud-Infrastruktur und Anwendungen investiert haben, einfach keine Option.

Multi-Cloud schafft Wettbewerb
Mit der digitalen Transformation, die Unternehmen zwingt, Cloud-Technologien einzusetzen, haben die meisten Unternehmen in irgendeiner Weise zumindest einen Teil ihrer Daten oder Workloads bereits in die Cloud verschoben. Und sie haben wahrscheinlich seitdem bereits die eine oder andere Art von Anbieterbindung erlebt. Die gute Nachricht für Kunden ist, dass die Einführung von Multi-Cloud-Konzepten dem Markt für Cloud-Technologie endlich etwas hinzufügt, was bisher fehlte: Wettbewerb, und eine einfache Möglichkeit, von einer Cloud zur nächsten zu wechseln.

Multi-Cloud-Konzepte ermöglichen es Unternehmen, Cloud-Services von beliebigen Cloud-Anbietern mit nur einem Mausklick zu ändern, zu verschieben, zu migrieren und zu kombinieren. Dies wird unweigerlich zu mehr Wettbewerb, besseren Dienstleistungen, günstigeren Preisen und einem freieren Markt führen. Heute vielerorts noch Zukunftsmusik, werden Multi-Cloud-Infrastrukturen zukünftig wohl zum Standard gehören.

Unternehmen, die Cloud-Technologien nutzen oder planen, können diese Entwicklung nutzen um in einen freieren Markt einzusteigen oder sich falls notwendig aus der Abhängigkeit eines bestimmten Cloudanbieters entziehen. Die Möglichkeit die Cloud einfach zu wechseln, bietet einem Unternehmen außerdem eine mächtige Verhandlungsposition mit einem Cloudanbieter, sollte dieser die Preise zum Vertragsende anheben wollen.

Vorbedingung ist eine Multi-Cloud-Strategie zu verfolgen mit der man die am besten geeigneten Cloud-Services von jedem Anbieter einfach hinzufügen kann. Um ein vollständig S3-kompatibles Cloud-Storage- und Multi-Cloud-Konzept zu übernehmen, müssen Unternehmen in neue Multi-Cloud-Orchestrierungslösungen mit einem gemeinsamen Satz von Management-Tools, einer einzigen API und einer GUI investieren, die über alle Clouds hinweg funktioniert. Dann klappt es auch mit der freien Cloud-Marktwirtschaft.

Über Carsten Graf
Carsten Graf ist Sales Director DACH bei Cloudian und hat mehr als 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen Backup, Cloud und Security. Vor Cloudian war Graf Geschäftsführer beim SaaS-Anbieter Code42. Der diplomierte Betriebswirt und Wirtschaftsingenieur studierte in Mannheim, vollendete seine Ausbildung in Houston, USA und lebt in München.
(Cloudian: ra)

eingetragen: 09.11.18
Newsletterlauf: 28.11.18

Cloudian: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>



Meldungen: Grundlagen

  • Bedarf an schnellem Service-Management

    "Die Fabrik der Zukunft wird nur noch zwei Mitarbeiter haben, einen Mann und einen Hund. Der Mann ist da, um den Hund zu füttern und der Hund, um den Mann davon abzuhalten, Geräte zu berühren." Wie weit wir aktuell noch von dieser im Jahr 1990 geäußerten Vision von Warren Bennis entfernt sind, wird immer wieder versucht vorherzusagen. Schon den jetzigen technologischen Stand vor fünf Jahren präzise vorauszusehen, wäre aber nahezu unmöglich gewesen. In Bezug auf IT-Service Management (ITSM) zeichnet sich meiner Ansicht nach bereits ab, was kurz- und mittelfristig auf Unternehmen zukommen wird. Zum Beispiel werden neue Technologien wie Künstliche Intelligenz und Machine Learning noch stärker in den Mittelpunkt rücken, während eine ansprechende Benutzererfahrung und die Minimierung der Total Cost of Ownership weiterhin wichtig bleiben werden. Folgende fünf Themen sollten IT-Verantwortliche im Auge behalten und prüfen, ob ihre Service Management-Infrastruktur dafür gewappnet ist.

  • Freiheit für die Cloud!

    In der Ökonomie ist ein freier Markt ein idealisiertes System, in dem die Preise für Waren und Dienstleistungen durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Die Kräfte von Angebot und Nachfrage in einem freien Markt sind per Definition frei von jeglichen Eingriffen einer Regierung, eines preisgebenden Monopols oder einer anderen Behörde. Doch wie jeder Wirtschaftsstudent weiß, führt eine freie Marktwirtschaft, wenn sie unreguliert ist, allzu oft zu einem Monopol oder zumindest einem Oligopol, das die Innovation einschränkt und die Preise erhöht, da der Kunde weniger Wahlmöglichkeiten hat. In der Praxis sind die Märkte für alle Arten von Produkten und Dienstleistungen in der Tat selten ideal.

  • Überlegt zum Sprung in die Wolke ansetzen

    Bis 2025 wird die Cloud-Nutzung so fest im Geschäftsalltag verankert sein, dass es Wichtigeres gibt, als über die Cloud zu reden. Diese Prognose teilt ein Fünftel der deutschen IT-Entscheider in einer aktuellen Umfrage, die der amerikanische Softwareanbieter Citrix durchgeführt hat. Noch besteht viel Redebedarf. Zum Beispiel, ob sich eine Private, Hybrid oder Multi-Cloud am besten eignet. Das hängt vom Branchenumfeld, den Geschäftsaktivitäten, Geschäftszielen, IT-Anforderungen und -Budget sowie dem IT-Know-how der Belegschaft ab. So kann es den weltweiten Vertrieb einer Firma verbessern, wenn allen Vertriebsmitarbeitern ein Reporting-Tool zur Verfügung steht. In dem Fall ist es sinnvoll, diesen Workload in der Cloud zu betreiben. Einrichten lässt sich zudem ein On-Premises-Arbeiten, in dem die Vertriebsprofis die eigentlichen Reports lokal erstellen und im jeweiligen Rechenzentrum am Standort ablegen.

  • Patienten engmaschiger überwachen

    Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) entwickelt sich mehr und mehr zur nächsten industriellen Revolution. Zahlreiche Branchen "springen" auf "den Zug auf". Die Gesundheitsbranche bildet hier keine Ausnahme. Innovationen bei medizinischen Geräten, Medikamenten, Patientenüberwachung und vielem mehr sprießen wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden. Intelligente Technologien arbeiten effizient und genau, und das kann im wahrsten Sinne des Wortes lebensrettend sein.

  • Neue Datenverkehrsmuster im Entstehen

    Der rasante technologische Wandel und die damit verbundene Disruption von Geschäftsmodellen führen dazu, dass multinationale Konzerne in ihren wichtigsten Märkten zunehmend agiler auftreten müssen. Jedoch fällt es ihnen aufgrund des expansiven Wachstums ihrer IT-Ökosysteme schwer, wirklich agil zu operieren - insbesondere dann, wenn sie durch eine veraltete IT-Infrastruktur ausgebremst werden. Cloud-Deployments und die massive Zunahme von Anwendungen und Endgeräten erhöhen den Druck auf die Verantwortlichen, die IT-Landschaft zu modernisieren.

  • Kontrolle über SaaS-Anwendungen behalten

    Wer Software-Ausgaben unter Kontrolle bringen will, braucht ein intelligentes Software Management. Daran hat auch Software-as-a-Service (SaaS) nichts geändert. Ganz im Gegenteil: Schatten-IT und Shelfware zählen zu den größten Kostenfallen bei Cloud-basierten Anwendungen. Durchschnittlich kommen in Unternehmen 15x mehr SaaS-Anwendungen zum Einsatz als auf offizieller Seite bekannt ist. Der Grund für die Schatten-IT ist leicht nachzuvollziehen: Für Mitarbeiter ist es sehr einfach Anwendungen über die Cloud zu abonnieren. Kreditkarte und E-Mail-Adresse reichen Public Cloud-Anbietern wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure aus, um in wenigen Schritten ein Konto anzulegen und je nach Bedarf SaaS-Anwendungen zu beziehen - in vielen Fällen ohne Absprache mitder IT oder dem Einkauf.

  • In die Cloud - aber sicher

    Dr. Chris Brennan, Regional Director DACH, Eastern Europe, Russia and Israel von Skybox Security erläutert, wie die Migration in die Cloud und dabei zu berücksichtigende Sicherheitsaspekte in Einklang gebracht werden können. Unternehmen setzen vermehrt auf Cloud Computing-Umgebungen. Einer der Vorteile dabei ist, dass die Cloud eine hohe Skalierbarkeit und Agilität aufweist. Wenn dabei aber die Sicherheitsrisiken vernachlässigt werden, die dieser Schritt mit sich bringt, kann daraus ein großer Nachteil erwachsen. Ein gängiger Fehler dabei ist, dass viele Entscheider denken, dass der Cloud Security Provider (CSP) mehr Verantwortung für die Sicherheit trägt, als er tatsächlich tut.

  • Das lebende Unternehmen

    Der menschliche Körper ist ein bemerkenswerter Organismus. Ohne hier zu tief in Anatomie und Physiologie des Menschen einzutauchen, gibt es zahlreiche Bereiche, in denen sich der Mensch und die Datenverarbeitung eines Unternehmens stark ähneln. Zwar sind die Systeme des Menschen nicht digital sondern organisch, das Gesamtsystem Mensch funktioniert jedoch ganz ähnlich wie eine Organisation - eine große Anzahl an Informationssystemen laufen parallel und transportieren eine Fülle von Informationen zu jedem Organ. Wenig überraschend, ist der Mensch der IT in Sachen Datenverarbeitung nach vielen Millionen Jahren Evolution um einiges voraus. So funktioniert die Datenverarbeitung des Menschen in den meisten Fällen nicht nur in Echtzeit, sondern auch komplett automatisiert. Hier können Unternehmen ansetzen, um vom Menschen zu lernen und ihre IT in Zeiten der Digitalisierung leistungsfähiger zu machen.

  • Security und Leistung in der Cloud vereinen

    Moderne Anwendungen müssen skalieren und performant sein. Um diese Anforderungen zu erreichen, werden viele Implementierungen auf Public Cloud-Plattformen wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud Platform (GCP) gehostet, was für Elastizität und Geschwindigkeit sorgt. Und die Cloud-Nutzung boomt, mittlerweile setzen zwei von drei Unternehmen in Deutschland Cloud Computing ein, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der KPMG. Vorteile wie hohe Flexibilität, Effizienzsteigerung der Betriebsabläufe und verbrauchsabhängige Abrechnung von Services liegen auf der Hand.

  • Es ist an der Zeit, die Cloud zu dezentralisieren

    Heute beheimatet die Erde 206 souveräne Staaten. Souveränität ist, wie uns das Lexikon erklärt, das "volle Recht und die Macht eines Regierungsorgans über sich selbst, ohne Einmischung von außen". In gewisser Weise hat die in den frühen 2000er Jahren eingeführte Public Cloud die Souveränität vieler Staaten in Frage gestellt: Sie zentralisierte Daten- und Cloud Computing-Services auf sehr effiziente Weise, um Kunden in jeder Ecke der Welt zu bedienen - eine Welt ohne Grenzen. Verbraucher und Unternehmen begrüßten das befreiende Konzept, das sich schnell weiterentwickelte.