Sie sind hier: Startseite » Fachartikel » Hintergrund

Datenzentrierte Sicherheit in der Multi-Cloud


Mit der Nutzung verschiedener SaaS-Anwendungen und IaaS-Plattformen vergrößert sich die Angriffsfläche für böswillige Akteure
Multi-Cloud-Nutzung verändert die Anforderungen an IT-Security



Von Anurag Kahol, CTO, Bitglass

Datenzentrierung ist ein Faktor, der maßgeblich die Cloud- und IT-Security-Strategie in Unternehmen mitbestimmt. Je nach regulatorischen Vorgaben werden diverse Datenprozesse in geeigneter Weise abgesichert. Mit der wachsenden Cloud-Nutzung in den vergangenen Jahren entstehen in Unternehmen auch mehr und mehr Multi-Cloud-Umgebungen. Für diese spricht vor allem der Vorteil hoher Effizienz: Prozesse können zu den jeweils geringsten Kosten zu den am besten geeigneten Anbietern ausgelagert werden. Weitere Nebeneffekte für Unternehmen sind eine höhere Ausfallsicherheit, Skalierbarkeit und Stabilität der IT-Prozesse. Eigenschaften, die vor allem für den Remote-Betrieb in jüngster Vergangenheit überaus gefragt waren.

Vergrößerte Angriffsfläche in der Multi-Cloud
Mit der Nutzung verschiedener Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendungen, Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Plattformen und gegebenenfalls der Arbeit an vielen verteilten Standorten mit nicht verwalteten Geräten vergrößert sich hingegen die Angriffsfläche für böswillige Akteure massiv. Disparate Sicherheitslösungen sind für derartige Szenarien nicht leistungsfähig genug. Für die IT-Verwaltung wird es damit deutlich schwieriger, Richtlinien über die gesamte Umgebung hinweg durchzusetzen. Zudem steigen durch das Arbeiten in verschiedenen Lösungen die Fehleranfälligkeit sowie die Wahrscheinlichkeit für Datensicherheitsvorfälle.

Die Effizienz, die durch die Multi-Cloud gewonnen wird, wird durch die entstehenden Risiken in der Datensicherheit also wieder eliminiert. Langfristig stellt dies ein Problem dar. Denn die Sicherheit von Daten als eine Voraussetzung für Kundenloyaliät sowie effiziente Geschäftsabläufe sind Faktoren, die auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen einzahlen. Für Organisationen, die darüber nachdenken, die nächste Phase in ihrem digitalen Transformationsprozess zu vollziehen, kann dies ein Grund sein, ihr Vorhaben zunächst noch zu verschieben.

Abstriche bei der Effizienz zu machen – also Cloud-Services nur in dem Maße zu nutzen, wie mit herkömmlichen Lösungen Datensicherheit gewährleistet werden kann – ist keine tragfähige Alternative. "Der Geist ist aus der Flasche" lautet eine Redewendung für Entwicklungen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Dies trifft in der IT auch auf die Cloud-Technologie zu. Wenn der Markt eine attraktive Lösung, die für Kunden vorteilhaft ist - wie das Nutzen verschiedener Cloud-Anbieter - bietet, werden ab einem gewissen Punkt die Käufer diese Technologie auch nutzen, um ihre eigene Position zu stärken.

Die Angriffspunkte auf Daten sind in Cloud-Strukturen vielfältig. Dabei wird das Risiko stark beeinflusst von der Art, wie mit der Cloud gearbeitet wird und wie sich die Nutzer verhalten. Das Absichern jeglicher verbundenen Endgeräte ist aufwändig, kostenintensiv und mit der gegenwärtigen Arbeitspraxis kaum mehr zu vereinbaren. Online-Zugriffe lassen sich zwar via VPN schützen, gehen jedoch in einem größeren Umfang zu Lasten der Anwendungsperformance. Der reibungslose Übergang in einen Remote-Notfallbetrieb beispielsweise, lässt sich so nicht realisieren.

Um auch in Remote-Szenarien die Datensicherheit gewährleisten zu können, benötigen Unternehmen stattdessen Lösungen, die konsistente Sicherheit für ihre gesamte Cloud-Umgebung bieten, einschließlich SaaS, IaaS, on-Premises-Anwendungen, Web-Zielen und verbundenen Geräten. Dieses Sicherheitskonzept wird abgebildet in Secure Access Services Edge (SASE)-Technologien. SASE stellt cloudbasierte, konsolidierte Netzwerk- und Sicherheitslösungen bereit, die nach Bedarf genutzt werden können. Dies gewährleistet einen effektiven als auch sicheren Zugang zu IT-Unternehmensressourcen und eignet sich für Multi-Cloud- als auch Hybrid-Umgebungen.

SASE-Plattformen bieten unter anderem folgende Funktionen:
>>
Cloud Access Security Brokers (CASBs) bieten End-to-End-Schutz für Daten in jedem Cloud-Service und jedem Gerät, einschließlich IaaS-Plattformen wie Azure oder AWS und verwaltete Anwendungen wie Office 365.

>> Secure Web-Gateways (SWGs), die die mit Legacy-Architekturen verbundenen Latenz-, Kosten- und Skalierbarkeitsprobleme umgehen, entschlüsseln den Webverkehr, um Datenlecks beim Hochladen zu verhindern und Bedrohungs-URLs zu blockieren, bevor auf sie zugegriffen werden kann.

>> Zero-Trust Network Access (ZTNA) gewährt Remote-Mitarbeitern sicheren Zugriff auf bestimmte Ressourcen vor Ort. Ein Gegensatz zu VPN, das Benutzern Zugriff auf alle Netzwerkressourcen gewährt.

>> Domain Name System (DNS)-Technologien erkennen und eliminieren Risiken und Bedrohungen. Wird beispielsweise Malware entdeckt, verhindert der entsprechende DNS-Server mit einem Sinkhole-Zugriff die Infektion.

>> Firewall-as-a-Service (FWaaS)-Tools erlauben die Anwendung von Port-, Protokoll- und applikationsbasierten Richtlinien für den Netzwerkzugriff und die -segmentierung. Sie können auch Module für Dienstgüte (QoS), IPS, IDS und VPNs bereitstellen.

>> SD-WAN schützt den Netzwerkzugang mit einer sicheren Site-to-Site-Verbindung.

Der Vorteil besteht darin, dass sich in einer heterogenen IT-Umgebung, die sich über diverse Cloudangebote erstreckt, mit geringstem Verwaltungsaufwand eine datenzentrierte Sicherheitsstrategie umsetzen lässt: In einem einzigen Dashboard können Admins jegliche Interaktion absichern. Unternehmen haben dadurch die Möglichkeit, die Effizienzvorteile der Multi-Cloud mit hohen Datensicherheitsstandards für sich zu nutzen. So können sie ihre digitale Transformation weiter vorantreiben und ihre Marktposition stärken. (Bitglass: ra)

eingetragen: 15.04.21
Newsletterlauf: 16.04.21

Bitglass: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser PMK-Verlags-Newsletter
Ihr PMK-Verlags-Newsletter hier >>>>>>



Meldungen: Hintergrund

  • Verschieben von Workloads in die Cloud

    Beim Verschieben von Workloads in die Cloud setzten jeweils 28 Prozent der Unternehmen auf Technologien zur Virtualisierung oder Migrations-Tools, hat IDC in seiner Cloud-Studie 2020 für die DACH-Region ermittelt. Die Cloud-nativen Container (23 Prozent) sowie ergänzende Orchestrierungswerkzeuge (22 Prozent) folgen dahinter, um den Schritt in die Cloud zu vollziehen. Aus dieser Bestandsaufnahme lesen die IDC-Analysten heraus, dass die Container-Adaption weiterhin schnell vorangeht. Demnach entwickeln sechs Prozent der befragten Unternehmen gezielt Container-kompatible Anwendungen. 13 Prozent der Studienteilnehmer nutzen Container in der Softwareentwicklung (DevOps), um automatisiert und überwacht Apps bereitzustellen (CI/CD). Ein weiteres Drittel verwendet die Technologie ergänzend in bereits virtualisierter Infrastruktur auf bestehenden Hypervisoren. Dort, wo der Hypervisor dann seine Funktion für virtuelle Maschinen (VM) nicht mehr erfüllt, rechnet IDC mit dem Wechsel auf eine Container-native Umgebung.

  • Datenzentrierte Sicherheit in der Multi-Cloud

    Datenzentrierung ist ein Faktor, der maßgeblich die Cloud- und IT-Security-Strategie in Unternehmen mitbestimmt. Je nach regulatorischen Vorgaben werden diverse Datenprozesse in geeigneter Weise abgesichert. Mit der wachsenden Cloud-Nutzung in den vergangenen Jahren entstehen in Unternehmen auch mehr und mehr Multi-Cloud-Umgebungen. Für diese spricht vor allem der Vorteil hoher Effizienz: Prozesse können zu den jeweils geringsten Kosten zu den am besten geeigneten Anbietern ausgelagert werden. Weitere Nebeneffekte für Unternehmen sind eine höhere Ausfallsicherheit, Skalierbarkeit und Stabilität der IT-Prozesse. Eigenschaften, die vor allem für den Remote-Betrieb in jüngster Vergangenheit überaus gefragt waren. Mit der Nutzung verschiedener Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendungen, Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Plattformen und gegebenenfalls der Arbeit an vielen verteilten Standorten mit nicht verwalteten Geräten vergrößert sich hingegen die Angriffsfläche für böswillige Akteure massiv. Disparate Sicherheitslösungen sind für derartige Szenarien nicht leistungsfähig genug. Für die IT-Verwaltung wird es damit deutlich schwieriger, Richtlinien über die gesamte Umgebung hinweg durchzusetzen. Zudem steigen durch das Arbeiten in verschiedenen Lösungen die Fehleranfälligkeit sowie die Wahrscheinlichkeit für Datensicherheitsvorfälle.

  • Videoüberwachung als Cloud-nativer Dienst

    Videoüberwachung als Cloud-nativer Dienst ist die Gegenwart. Denn die Kontrolle von Straßen, Gebäuden und Plätzen lebt davon, aufgezeichnete Materialien zuverlässig zu übertragen, intelligent zu analysieren und effizient sowie datenschutzkonform zu sichern. Kameranetze, um Gebäude, Plätze, Straßen oder Filialen von fern zu überwachen, verändern sich. Bei Restaurant- oder Ladenketten stoßen Systeme bei wachsenden Unternehmen schnell an ihre Grenzen. Die Zeit spielt eine weitere Rolle: Neue Kameras werden angebracht, alte Systeme ausgetauscht, häufig bis zuletzt betrieben und solange technisch gewartet. Einsatzzentralen können sich über am Körper getragene Kameras, das Smartphone oder die Webcam im Taxi beziehungsweise am Einsatzwagen ein schnelleres Bild von der Lage machen. Passanten rufen schnell und direkt um Hilfe. Eine heterogene gewachsene Hardwarelandschaft ist daher die Regel. Der öffentliche Dienst, intelligente Städte, Immobilienverwalter oder Unternehmen mit Filialen benötigen eine zentrale Cloud-basierte Infrastruktur, um die Hardware und das Videomaterial zu verwalten.

  • Versteckte Risiken bei SaaS

    Infolge der COVID-19-Maßnahmen fokussieren Führungskräfte sich auf die Aufrechterhaltung der Mitarbeiterproduktivität -dabei bleibt wenig Zeit für das erforderliche Maß an Sorgfalt, das gewöhnlich angewandt wird. Leider ist dies die Realität in der Welt, in der wir gerade leben, aber in absehbarer Zukunft sitzen wir alle im selben Boot. Die Auswirkungen unserer gegenwärtigen Normalität sind sehr unterschiedlich. Wie ein Unternehmen darauf reagieren musste, hing stark davon ab, wie dieses vor der aktuellen Krise gearbeitet hat. Einige Unternehmen waren bereits in hohem Maße mobil und mussten lediglich die verbleibenden Büro-Mitarbeiter dazu in die Lage versetzen. Andere Unternehmen mussten ihre Arbeitsweise völlig umstellen und manchmal die Mitarbeiter auffordern, Laptops zu kaufen, weil die Unternehmensressourcen begrenzt waren und die Schwierigkeiten in der globalen Gerätelieferkette zu groß waren.

  • Immer mehr Daten werden in der Cloud geboren

    Heutzutage nutzen die meisten Betriebe bereits in der einen oder anderen Form Cloud Computing-Lösungen. Neben den vielen Vorteilen, die die Cloud bieten kann, vergrößert sie jedoch auch die Angriffsfläche. Um ein hohes Maß an Sicherheit auch in der Cloud zu garantieren, können moderne Sicherheitslösungen mit Maschinellem Lernen, Analytik und Automatisierung helfen. Die meisten IT-Abteilungen sind gut damit vertraut, die Netzwerksicherheit vor Ort zu gewährleisten. Wie dies im Detail in der Cloud funktioniert, ist vielerorts jedoch noch relativ neu. Darüber hinaus sind viele Organisationen bereits mit der Absicherung ihrer bestehenden Infrastruktur ausgelastet und tun sich damit schwer, zusätzlich auch noch Cloud-Infrastrukturen abzusichern. Mit fortschrittlichen Technologien, die Machine Learning und Analytik nutzen, lassen sich jedoch auch komplexe hybride Infrastrukturen mit überschaubarem Cybersecurity-Budget absichern.

  • Herausforderungen beim Ressourcen-Management

    Wenn Menschen über Ressourcen-Management reden, beschreiben sie Funktionen, die unter die Domäne "Enterprise Resource Planning (ERP)" fallen, wie z.B. Personalmanagement oder die Beschaffung von physischen Ressourcen wie Schreibtischen. In einem Dienstleistungsunternehmen hat dieser Begriff jedoch eine andere Bedeutung, wobei individuelle Tools und Strategien erforderlich sind. Im Zusammenhang mit Dienstleistungen geht es beim Ressourcen-Management um die Ressourcen-Zuweisung - Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort einzusetzen. Dies ist ein anspruchsvoller Prozess. Wird dieser richtig gemacht, wird die Zeit der Mitarbeiter in entsprechenden Projekten effektiv genutzt, wodurch die Rentabilität und das Kundenengagement verbessert werden.

  • Datenmanagement fördert Compliance

    Unabhängig vom konkreten Anlass oder Thema: Sobald Daten eine Rolle spielen, bestimmen sofort Begriffe wie "Sicherheit", "Privatsphäre" und "Datenschutz" die Diskussion. Gleichzeitig gab es allerdings seit ihrem Inkrafttreten im Mai 2018 europaweit bereits über 160.000 Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Grund genug für einen Appell, die Datenhoheit der eigenen Kunden ernster zu nehmen. Seit Oktober vergangenen Jahres ist Gaia X in der IT-Landschaft und darüber hinaus in aller Munde: Das ambitionierte Cloud Computing-Projekt des Bundeswirtschaftsministers Peter Altmaier hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine unabhängige Dateninfrastruktur für den europäischen Raum zu schaffen. Das Ziel dahinter: mehr Sicherheit, Rechte und Vertrauen für die Nutzer, weniger Abhängigkeit von den großen internationalen Cloud-Providern.

  • Vertrauen in die Cloud wächst - oder doch nicht?

    Security first - IT-Sicherheit bleibt eine ständige Herausforderung für die IT-Verantwortlichen in den Unternehmen. Dabei spielt die Cloud eine immer wichtigere Rolle, denn einerseits verlagern die Unternehmen mehr und mehr Anwendungen ins Web. Andererseits bleiben Sicherheitsverletzungen ein Hauptziel für Datendiebstahl und DDoS-Attacken. Eine Umfrage, die Barracuda unter seinen Kunden weltweit durchführte, zeigt ein beachtliches Vertrauen der 850 befragten Sicherheitsexperten verschiedenster Unternehmensgrößen und -industrien in Public-Cloud-Bereitstellungen.

  • Warum Netzwerksichtbarkeit wichtig ist

    Laut IHS Markit, einem Dienstleister für Analysen und Informationen, entstehen Unternehmen aufgrund von Ausfällen und Leistungsverlusten ihrer Netzwerke jährlich etwa 700 Milliarden US-Dollar (circa 615 Milliarden Euro) an Mehrkosten. Das Risiko hierfür steigt, wenn Unternehmen Kosten sparen wollen und sich deshalb für eine Multi-Vendor-Strategie entscheiden, bei der sie Leistungen beim jeweils günstigen Anbieter beziehen, anstatt diese Leistungen für ihr gesamtes Netzwerk bei einem Anbieter zu beziehen. Diese Multi-Vendor-Strategie erschwert die Übersicht über das gesamte Netzwerk und erhöht so die Komplexität des Netzwerkmanagements.

  • Zusammenarbeit an einer Automotive-Cloud

    Mit einer Cloud-basierten Plattform will der Automobilhersteller Volkswagen seine Prozesse in der Fertigung optimieren. Die "Volkswagen Industrial Cloud" soll Ende 2019 verfügbar sein und wird langfristig rund 1.500 Partner in die Abläufe für Logistik und Produktion einbinden. Der Datenaustausch über die Cloud wird die gesamte Automobilindustrie ergreifen und macht es notwendig, dass alle Teilnehmer des Ökosystems in der Lage sind, ihre bestehenden IT-Systeme mit einer Industrial-Cloud zu verbinden. Auf diesen Trend sollten sich alle Marktteilnehmer schon heute vorbereiten.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen